Mitarbeiterinterview Herr Mikat - ohne Ausbildung

Mit dem Freiwilligen Sozialen Jahr hat Alles begonnen. Danach wusste ich:  „Ja - das ist was für mich!“. Ich wollte dann berufsbegleitend die Ausbildung zum Heilerziehungspfleger machen.

Vor zweieinhalb Jahren hat es endlich geklappt und ich habe von RC auch sofort viel Unterstützung bekommen, zum Beispiel indem mein Schulgeld bezahlt wird. Ich habe zwei Schultage in der Woche, einen werde ich mit Bezahlung freigestellt und den anderen arbeite ich raus.

Es ist sehr gut, dass ich die Ausbildung berufsbegleitend machen kann. So kann ich mich immer an der Praxis orientieren, wenn ich spezifische Themen in der Schule habe. 

Wenn ich Fragen habe ist RC immer für mich da.

Wie und wann sind Sie zu RC gekommen?

Das war vor ca. acht Jahren. Ich musste nach der 10. Klasse ein Jahr überbücken und dann hat mich mein bester Freund, Herr Rohsol, der gerade eine Ausbildung bei RC absolvierte, darauf gebracht, dass ich ein Freiwilliges Soziales Jahr machen könnte. Die Verbundleiterin meinte dann, dass ich hier sehr gut reinpasse und gerne ein FSJ machen kann, um zu schauen, wie es mir gefällt. Mit dem Freiwilligen Sozialen Jahr hat Alles begonnen. Danach wusste ich, „Ja - das ist was für mich!“.

Leider wurde ich dann durch externe Faktoren erst mal in die Ausbildung zum Physiotherapeuten gedrückt. Im Hintergrund aber dachte ich immer:  „Warum soll ich Physiotherapie machen, wenn es mir keinen Spaß macht?“

Ich wollte dann doch versuchen berufsbegleitend die Ausbildung zum Heilerziehungspfleger zu absolvieren. Komplett aufhören mit der Arbeit wollte ich nicht, weil man ja auch auf das Geld angewiesen ist.  

Alles war mit RC abgesprochen, aber dann wurden die Klassen nicht voll und die Anmeldung hat sich hingezogen. Vor zweieinhalb Jahren hat es endlich geklappt. Ich wurde angenommen und habe von RC auch sofort viel Unterstützung bekommen, zum Beispiel indem mein Schulgeld bezahlt wird. Ich habe zwei Schultage in der Woche, einen werde ich mit Bezahlung freigestellt und den anderen arbeite ich raus. Das macht natürlich nicht jede Firma, ich hatte auch Mitschüler die beide Tage rausarbeiten und dazu auch noch selber ihr Schulgeld bezahlen müssen.

Stellenweise ist es schon anstrengend, da man öfter an Wochenenden arbeiten muss und am Montag geht es dann mit der Schule weiter. Das zieht das Energielevel manchmal runter, aber man kann mit der Standortleitung immer reden und es finden sich Lösungen. Zum Beispiel mal ein verlängertes Wochenende oder auch Urlaub in den Schulferien, was viele Mitschüler nicht haben. Die meisten müssen gerade in den Ferien arbeiten. Nächstes Jahr im August bin ich dann mit meiner Ausbildung als Heilerziehungspfleger fertig.

Warum haben Sie sich für eine Arbeit im Sozialbereich entschieden?

Früher habe ich mir das  gar nicht vorstellen können. Da kannte ich Menschen mit Behinderungen auch nur von Weitem.  Bis  ich dann nach der 10. Klasse dachte, dass ich doch eigentlich ganz gut mit Menschen kann.Als ich hier als FSJler gearbeitet habe, merkte ich, wieviel Spaß mir das macht. Man selbst kann sehr viel geben und die Klienten geben dir totalviel wieder zurück.Das war für mich der Einstieg. Eigentlich hätte ich mich gar nicht zur Physiotherapieausbildung drängen lassen sollen und lieber gleich eine Ausbildung bei RC machen sollen. Andererseits habe ich durch die Physiotherapie  auch eine gute Grundlage für die Arbeit als Heilerziehungspfleger.

Was gefällt Ihnen an den Wohneinrichtungen bei RC?

Ich habe auch schon mal für zwei Jahre im Haus Roofensee  gearbeitet und finde, dass beide Einrichtungen total gemütlich eingerichtet sind, das ist richtig wohnlich. Die Zimmer sind individuell eingerichtet und die ganze Ausstattung ist  gut. In unserem Neubau haben wir zum Beispiel eine Fußbodenheizung und man kann direkt vom gemeinsamen Wohnzimmer auf die Terrasse gehen. Wenn man in RC- Einrichtungen kommt, merkt man sofort, dass sich die Klienten wie zu Hause fühlen. Deshalb fühlt man sich bei der Arbeit auch als Mitarbeiter sehr wohl.  

Wie kommen Sie mit der Belastung von Beruf und Ausbildung klar?

Es gibt immer mal Phasen wo ich an meine Belastungsgrenze komme, aber dann schlafe ich eine Nacht drüber, stehe morgens auf und denke wieder positiv. Ich muss dann meinen Freiraum schaffen, indem ich auch mal Zeit habe abzuschalten. Und wenn ich das nicht hinbekomme, spreche ich mit der Standortleitung darüber. Wenn es zeitlich richtig eng wird  wie im nächsten Monat, wo viele Klausuren anstehen, dann wird mein Dienstplan auch angepasst.

Wie hat Sie RC in Ihrer persönlichen und fachlichen Weiterbildung bisher unterstützt?

Neben der finanziellen Unterstützung gibt es noch mehr. Ich habe Frau Rambow aus dem Haus Roofensee als Mentorin bekommen, bei ihr kann ich jederzeit anrufen oder vorbeigehen. Öfter ist sie auch hier vor Ort. Wenn ich Fragen habe ist RC immer für mich da. Ich kann mir von hier auch Fachbücher ausleihen um für meine Ausbildung zu lernen. Es ist sehr gut, dass ich die Ausbildung berufsbegleitend machen kann. So kann ich mich immer an der Praxis orientieren, wenn ich spezifische Themen in der Schule habe.

Entspricht die Ausbildung Ihren Erwartungen?

Mir ist die Schule allein etwas zu theoretisch. Ich weiß nicht, wie es diejenigen machen, die in der einer rein schulischen Ausbildung sind. Wie lernen die zum Beispiel eine Thrombosespritze zu setzten? Die ganze Woche Schule und die Arbeit nur während der verschiedenen Praktika kennen zu lernen - das wäre mir zu wenig.

Was zeichnet den Beruf „Heilerziehungspfleger“ aus? Was gefällt Ihnen daran am meisten?

Sich auch einfach mal Zeit für den Einzelnen oder gemeinsame Aktivitäten nehmen zu können, gibt den Klienten und einem selbst total viel. Gerade das macht den Beruf als Heilerziehungspfleger aus. Empathie, Lebensfreude, für andere da zu sein und ihnen schon mit kleinen Dingen Freude bereiten zu können – das istmir eine Herzensangelegenheit. Dann  gehe ich  mit einem guten Gefühl abends nach Hause.

Welche Pläne haben Sie wenn die Ausbildung abgeschlossen ist?

Dann kann ich erstmal etwas runterschalten und mich ganz auf die Arbeit konzentrieren.    Natürlich bleibe ich erstmal hier, weil ich meine Kollegen und die Klienten alle mag. Ich arbeite gern hier und der Arbeitsweg ist schön kurz. Die ganze Atmosphäre ist sehr familiär und herzlich. Was die Zukunft mir langfristig noch bringt ist offen.